| Früher war der Westerwälder und Siegerländer Kuhhund Begleiter der Kuhhirten, ein treuer Freund, der in jedem Dorf des Westerwaldes und Siegerlandes nicht wegzudenken war. Er hütete und trieb das wichtigste Gut der Bauern, ihre Kühe. Diese Aufgaben verrichtete dieser Hund Jahrhunderte lang. Aber welche Aufgaben werden diesem Hund heute noch zu teil? Der Westerwälder und Siegerländer Kuhhund wird heute in allen Bereichen eingesetzt wo Hunde gebraucht werden – im Rettungs-hundewesen, Hundesport oder ganz privat, aber natürlich auch da, wofür er vor Jahrhunderten gezüchtet wurde – beim Hüten. Heute gibt es keine aktiven Kuhhirten mehr, aber immer noch Milchvieh- und Mutterkuhhalter. Der Westerwälder und Siegerländer Kuhhund ist universell einsetzbar, also auch bei Schafen, Ziegen oder Schweinen. In seinem Element ist er aber am Großvieh. Dort zeigt er den genetisch gut verankerten Griff, womit er jede Kuh und Bullen in die richtige Richtung lenkt. Er ist eine große Hilfe für Milchviehhalter. Dort besteht seine Aufgabe beim Ein- und Austreiben in den Melkstand und beim Umtreiben auf der Koppel. Für das Euter der Kühe besteht keine Gefahr, da der Griff immer zwischen Fessel und Gelenk angesetzt wird. Auch beißt er nicht auf die Schwänze der Kühe wie es so oft Kreuzungstiere oder andere Hütehundrassen machen. In der Mutterkuhhaltung ist der Aspekt sich einen Westerwälder Kuhhund zuzulegen zur Arbeitserleichterung nicht weniger gering. Wer kennt es nicht, wenn der Bulle sich für den uneingeschränkten Chef auf der Weide hält, wenn eine Kuh mit Kalb abseits der Herde steht, man die Herde umtreiben will, und versucht, diese Kuh zur Herde zurückzutreiben, oder wenn einem jungen Kalb die Ohrenmarke eingezogen werden soll und die Kuh etwas dagegen hat. Nicht wenige haben sich dabei schon Prellungen, blaue Flecken oder gar tödliche Verletzungen zugezogen. Bei keiner Versicherung kann man sich gegen diese Probleme versichern, aber es gibt eine Möglichkeit, seinen Arbeitsalltag sicherer zu machen. Der Westerwälder Kuhhund ist genau für diese Aufgaben gezüchtet worden. Er schützt den Halter vor übermütigen Bullenangriffen, frisch gekalbten Mutterkühen, lenkt sie ab, wodurch das Ohrmarkendrücken sicherer wird. Wenn Angriffe kommen, stellt der Kuhhund sich konsequent dem Vieh gegenüber, und man hat genügend Zeit, sich in Sicherheit zu bringen.
Der Kuhhund ist ein zuverlässiger Helfer im Arbeitsalltag mit der Herde, ob beim Um- und/oder Zusammentreiben, Impfen, im Stall beim Misten oder in den Futtergängen – überall ist er einsetzbar. Die Berufsgenossenschaft empfiehlt, sich einen Hund zur Arbeits-sicherheit zuzulegen, um die Risiken, die die Großviehhaltung (insbesondere in der Mutterkuhhaltung) mit sich bringt, zu minimieren. Welcher Hund eignet sich besser hierfür als der eigens dafür gezüchtete Westerwälder und Siegerländer Kuhhund. Diese urdeutsche Rasse verrichtet seit Jahrhunderten ihren Dienst zum Schutze der Hirten und Bauern. Nun sollte man denken, dass die Zukunft dieses Hundes rosig aussieht, doch leider ist es nicht so – er steht auf der roten Liste der GEH und ist stark gefährdet. Es gibt immer noch zu viele Viehhalter, die diesen Hund überhaupt nicht kennen. Der FWSK wünscht sich, dass dieser Hund wieder dort eingesetzt wird, wo er hin gehört – nämlich am Vieh. Nur so können wir den Westerwälder und Siegerländer Kuhhund vor dem Aussterben retten. Das Westerwälder Rind ist schon ausgestorben, lassen wir es mit unseren Kuhhunden nicht auch soweit kommen. |