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Fördervereins für den Westerwälder und
Siegerländer Kuhhund e.V."
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Die Zucht von Westerwälder und Siegerländer Kuhhunden


Im vor hinein muss festgestellt werden, dass es nur noch sehr wenige reine Westerwälder Kuhhunde gibt. Die weitere Zucht ist also ohne Kreuzungstiere nicht weiterzuführen. Man würde dabei in eine zu starke Inzucht verfallen.

Dieses hat zwar den Vorteil, dass eine Festigung der Gene stattfindet, birgt aber auch den Nachteil in sich, dass Gendefekte in den Linien sich rezessiv festigen können.

Solche Gendefekte wieder züchterisch auszumerzen würde sich sehr schwierig und Zeitaufwendig gestalten und bedarf einer sehr strengen Selektion der Zuchttiere.

Bei einer so geringen Population wie sie bei unseren Westerwälder Kuhhunden vorherrscht, wäre dies fast unmöglich.

Was ist ein Kreuzungstier und welche sollten zur Zucht eingesetzt werden?

Als Kreuzungstier bezeichnet man alle Kuhhunde die mit anderen Hunden gekreuzt wurden.

Jedoch sollten Kuhhunde, die mit Ausländischen Hütehundrassen verpaart worden sind, generell nicht zur Zucht eingesetzt werden. Da diese Hunde ein anderes Hüteverhalten an den Tag legen als unsere Westerwälder. Es vererben sich nun mal nicht nur Aussehen sondern auch Hütetrieb und Griff. Wenn also Kreuzungstiere zur Zucht eingesetzt werden, dann nur solche, die von unseren Altdeutschen abstammen. Am sinnvollsten gestaltet sich meiner Meinung nach die Kreuzung mit Harzer bzw. Mitteldeutschen Füchsen. Harzer Füchse waren schließlich seit Jahrhunderten die Kuhhunde des Harzes, die sich optisch ein wenig anders entwickelt haben. Unbedingt ist bei Verpaarungen Westerwälder Kuhhund mal Fuchs darauf zu achten, dass die eingekreuzten Füchse dem Typ des Westerwälder Kuhhundes ähneln und nicht zu stark abweichen. Noch wichtiger bei diesen Verpaarungen ist aber, dass nur charakterlich einwandfreie Zuchttiere eingesetzt werden. Diese Hunde sollten sich über einen längeren Zeitraum am Vieh bewährt haben (am besten am Großvieh) und dort zeigen, dass sie einen starken Hütetrieb, Herdengefühl und, was ganz wichtig ist, einen sauberen Griff haben. Bei Tieren, die am Großvieh arbeiten, kann zusätzlich noch geprüft werden, ob Angriffe von Bullen und Mutterkühen sicher und ohne Schaden zu beißen, abgewehrt werden können. Die aus solchen Verpaarungen stammenden Kreuzungstiere sollten sehr genau über eine längere Zeit geprüft werden, bevor diese wieder in die Zucht eingesetzt werden. Nur Kreuzungstiere, die dem Typ und dem Charakter des Kuhhundes entsprechen, werden zur Zucht eingesetzt, die anderen sind nicht geeignet. Des Weiteren werden diese Kreuzungstiere ausnahmslos nur mit reinen Westerwälder Kuhhunden oder Hunden mit sehr hohem Kuhhund-Blutanteil verpaart. Nur so ist es möglich, Charaktereigenschaften und Typ zu festigen. Niemals verpaart man Kreuzungstier mal Kreuzungstier, da in diesen Verpaarungen die Welpen sehr stark aufspalten und es nur einen geringen Teil typvolle Hunde gibt. Der Kuhhund würde immer mehr verloren gehen.

Nun werden sich einige fragen, was ein reiner Kuhhund ist, ob es überhaupt noch welche gibt und wer bestimmt, was ein Kuhhund ist.

Das Aussehen und Leistungspotential wurde seit Jahrhunderten von den Kuhhirten bestimmt, die diese nach ihren Bedürfnissen züchteten. Als reinen Kuhhund werden heute die Hunde bezeichnet, bei denen man die Abstammung auf die alten Linien der Kuhhirten zurückführen kann. Das man diese Linien heute noch zurückverfolgen kann, ist Kurt Stahl zu verdanken, der seit Anfang der 60er Jahre dies dokumentierte. Heute können wir noch auf ca. 4 Rüden und eine geringe Anzahl von Hündinnen zurückgreifen, die auf die alten Linien der Kuhhirten zurückgehen. Die Hunde der Kuhhirten sind es, die dem Typ und Charaktereigenschaften entsprechen, was auf alten Fotos dokumentiert ist. Diese Kuhhunde vererbten ihre Leistungseigenschaften sicher. Hunde, die nicht leistungsfähig waren, wurden kurzer Hand totgeschlagen und niemals in die Zucht eingesetzt. Da früher in jedem Dorf des Westerwald und Siegerlandes Kuhhirten und ihre Hunde ihre Hütearbeit verrichteten, und wenn man sieht welche Anforderung an Mensch und Tier gestellt wurden, gab es nur sehr wenige Kreuzungstiere. Die Hirten verpaarten ihre Hunde untereinander, um einen zuverlässigen und leistungsstarken Partner an ihrer Seite zu haben. Auch für die heutige Zucht sollten die gleichen hohen Ansprüche gelten wie sie die Kuhhirten schon seit jeher an ihre Kuhhunde gestellt haben. Nur durch ein konsequentes Abfragen der Leistungseigenschaften wird es möglich sein auch für die nachfolgenden Generationen gute Arbeitshunde für die Arbeit am Großvieh zu züchten.

Schlusswort:

Jeder, der einen Westerwälder oder Siegerländer Kuhhund oder auch ein Kreuzungstier besitzt, ist in der Verantwortung, diesen, wenn er zuchttauglich ist, auch zur Zucht einzusetzen. Es liegt in unseren Händen, Kuhhunde so zu erhalten wie sie uns von unseren Vorfahren übergeben wurden. Dieses geht nur, wenn alle ihre Hunde melden und eine gemeinsame Zucht betrieben wird. Denn nur dann können unsere Nachfahren in 100 Jahren noch Kuhhunde sehen wie es sie seit Jahrhunderten gab.

Dieser Beitrag hat keinen Anspruch auf Perfektion, viel mehr spiegelt er meinen Weg und meine Erfahrung in der Zucht mit den Westerwälder Kuhhunden wieder, und soll andere anregen, sich ihre Gedanken über die Zucht unserer Kuhhunde zu machen.

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